Neuerlicher Hochwassereinsatz für das Landratsamt Schweinfurt

15.01.2011 21:20 von Jürgen Lindemann

Schonunger Bucht am 15.01.2011

Bereits zum zweiten Mal wurde am heutigen Samstagabend die KomFü des Landkreises Schweinfurt in den Koordinierungsstab des Landratsamtes berufen. Grund war der neuerlich stark ansteigende Pegel des Mains in Stadt und Landkreis Schweinfurt.

 

Am Freitag legte die Katastrophenschutzbehörde des Landkreises die Einberufung des Krisenstabs mit Erreichen der Hochwassermarke von 620 cm an der Messstelle Schweinfurt, Neuer Hafen fest. Die Prognosen des für den Main zuständigen Wasserwirtschaftsamts Schweinfurt sahen dies für den Samstagabend ab ca. 18.00 Uhr vor. Gleichfalls warnte das Amt mit der Prognose vor einer deutlichen Überschreitung des am Montag erreichten Pegelstands von 637 cm auf bis zu 695 cm. Die höchste Meldestufe 4 wird im Schweinfurter Hafen ab 660 cm erreicht.

 

Aufgabe des seit 21:00 Uhr aktiven Koordinierungsstabs - dieser setzt sich aus dem Sachbearbeiter der Katastrophenschutzbehörde, einem vorbenannten ÖEL der Kreisbrandinspektion, einem Fachberater Sanitätsdienst/Rettungsdienst, einem Fachberater THW und vier Mitarbeitern der KomFü die diesmal durch die Helfer der UG-SanEL gestellt werden - ist die Bündelung der Informationen aus den einzelnen Überflutungsbereichen. Hierbei wird enger Kontakt mit den Leitstellen der Polizei, der Feuerwehr und des Rettungsdienstes gehalten. Die ergriffenen Maßnahmen werden in Lageberichten an die Regierung von Unterfranken zusammengefasst und über EPS-Web weitergemeldet.

 

Derzeit kann feuerwehrtechnisch nur ein geringes Einsatzaufkommen festgestellt werden. Für den Bereich des Rettungsdienstes kann bisher Fehlanzeige gemeldet werden.

Generell scheinen sich die Anreinergemeinden gut auf das bevorstehende Hochwasser eingerichtet zu haben. Die momentanen Einsatzschwerpunkte liegen wie bereits am vergangenen Montag rund um die Orte Hirschfeld, Heidenfeld, Wipfeld und Stammheim.

 

Für die UG-ÖEL wurde vom örtlich zuständigen Kreisbrandinspektor Einsatzbereitschaft ab 0:45 Uhr am Feuerwehrhaus Wipfeld angeordnet.

 

Die Prognosen des Wasserwirtschaftsamtes sehen einen Rückgang des Pegelstands nicht vor den Sonntagmorgenstunden. Der Krisenstab wird bis zum Rückgang des Pegels ständig besetzt sein.

Nachtrag: Der Koordinierungsstab im LRA wurde gegen 05:30 Uhr aufgelöst.

 

Hintergründe
Aufgrund von Urlaub- und Arbeitsverpflichtungen standen zum Zeitpunkt der Alarmierung einige Helfer der UG-ÖEL nicht für einen Einsatz zur Verfügung. Des Weiteren musste auf Grund der Hochwasservorhersagen von einem Einsatz von mehr als 24 h ausgegangen werden, was eine Doppelbesetzung der UG´s notwendig gemacht hätte. In Abwägung der zeitgleichen Einsatzwahrscheinlichkeiten der UG-SanEL und der UG-ÖEL entschloss man sich, die mit dem notwendigen Feuerwehrwissen ausgestattete UG-ÖEL für den Einsatz vor Ort freizuhalten um ggf. einen mehrtägigen Einsatz sicher zu stellen. Die drei Mitglieder der UG-SanEL konnten unter Leitung des Fachberaters IuK im Landratsamt und dank der einheitlichen Ausbildung die Arbeiten der KomFü übernehmen. Durch die so entstandenen Personalreserven war es zum einen möglich, die UG-SanEL bei Bedarf ebenfalls zum Einsatz zu bringen. Zum anderen wäre die Ablösung der beiden im Einsatz befindlichen Gruppen sichergestellt gewesen.

 

Weitere Fotos des Einsatzes sind im Fototagebuch zu finden.

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