Schiffsunfall auf dem Main

20.07.2008 13:32 von Jürgen Lindemann

Schlussbesprechung Funkübung
Schlussbesprechung Funkübung

Die reibungslose Funkkommunikation stellt die Einsatzeinheiten des Katastrophenschutzes schnell vor Probleme.

Gerade wenn viele Funksprüche gleichzeitig abgesetzt werden müssen – sei es zur Mitteilung von neuen Lagebildern der Einsatzstelle oder zur Nachforderung von weiteren Kräften – stoßen die Möglichkeiten des Einsatzstellenfunks schnell an Grenzen. In diesen Fällen sind klare, knappe und disziplinierte Funksprüche unerlässlich.

 

Dieser Gedanke ist Grund genug für den Landkreis Schweinfurt, jährlich eine Funkübung für den Katastrophenschutz abzuhalten. Dabei sollen alle durch den Freistaat Bayern mitfinanzierten Einheiten die Abwicklung eines Einsatzes über Funk proben. Neben den Katastrophenschutzeinheiten sind auch Einheiten anderer Fachdienste gern gesehen.


Heute hat es den Main bei Schonungen mit dem rein fiktiven Szenario getroffen.


Den Einheiten stellte sich folgende Ausgangslage: Auf Höhe des Sportgeländes Schonungen stoßen ein Personenschiff mit rund 250 Personen an Bord und ein Tankschiff mit 2000 Tonnen Heizöl in den Lagerräumen zusammen. Die Lage ist recht unübersichtlich; Anrufer melden über den Polizeinotruf, dass Heizöl auf dem Wasser schwimmt und Menschen regungslos im Wasser treiben.


Aus diesem Lagebild läßt sich schnell erkennen: Es ist für alle Fachdienste des Katastrophenschutzes etwas dabei. Ein wesentlicher Grundgedanke des Übungskonzepts des Landkreises.

So versuchen Feuerwehrdienstleistende aus Gerolzhofen, Schonungen, Mainberg, Grafenrheinfeld, Bergrheinfeld, Werneck und Geldersheim zusammen mit dem THW Gerolzhofen die Lage an den Schiffen und den Ölteppich auf dem Main unter Kontrolle zu bekommen. Geführt werden sie, wie der gesamte Einsatz, vom Örtlichen Einsatzleiter und seiner UG-ÖEL.

Auf den Sanitäts- und den Betreuungsdienst aus den Schnelleinsatzgruppen des BRK Schweinfurt, den Rettern der Wasserwacht Schweinfurt und der DLRG aus Gochsheim, Werneck und Schonungen kommen Aufgaben der Verletzten- und Betroffenenversorgung zu. Zusätzlich unterstützen die Wasserretter die technische Hilfe auf dem Main mit den Rettungsboten. Eine Sanitätseinsatzleitung mit der UG-SanEL koordiniert den Rettungseinsatz.


Dieses Einsatzgeschehen, welches sich in echt nicht nur über zweieinhalb Stunden hinziehen würde, wird geordnet abgearbeitet. Auch zusätzliche Szenarien wie der Unfall eines Radfahrers auf dem Radweg am Main oder der Absturz eines Rettungshubschraubers in Schonungen werden funktechnisch abgearbeitet. Ein Übungsszenario, das faktisch mit den zur Verfügung stehenden Einheiten in echt nicht abzuarbeiten wäre, hat in einer Funkübung aber durchaus ein Ziel: Die Helfer zur Nutzung des Funkgerätes zu animieren. Und dieses Ziel wurde auch bei der diesjährigen Übung am frühen Sonntagmorgen in Schonungen wieder erreicht.

Grund genug, auch für 2009 wieder eine Funkübung einzuplanen.

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