Zugunglück mit Gefahrstoffbeteiligung bei Waigolshausen

16.05.2010 13:01 von Jürgen Lindemann

Lagebesprechung im Einsatzzelt der UG-ÖEL
Lagebesprechung im Einsatzzelt der UG-ÖEL

Auf der Bahnstrecke Würzburg-Schweinfurt kollidierten ein Personenzug und ein Güterzug. Zahlreiche Waggons entgleisten. Viele Verletze wurden eingeklemmt und mussten befreit werden. Der Güterzug hatte eine zunächst unbekannte Menge mehrerer Gefahrstoffe geladen. Entsprechende Auswirkungen hatte der Unfall auch auf die Bevölkerung im Ort.
 
Ein solches Schadensereignis war die Grundlage für die diesjährige Funkübung der Katastrophenschutzeinheiten im Landkreis Schweinfurt. Der Landkreis Schweinfurt hält als Katastrophenschutzbehörde jährlich eine solche Übung ab. Ziel dieser Übung ist, den Helfern den Umgang mit dem Funkgerät zu üben. Übung, die meist dringend Not tut, denn gerade in einem solchen Schadensfall ist diszipliniertes Funken unerlässlich. Nur wenn Funksprüche gerade während der ersten Chaosphase eines Einsatzes wohlüberlegt abgesetzt werden, kann die Masse notwendiger Informationen für die Einsatzführung bewältigt werden.
Um auch die Einheiten des Wasserrettungsdienstes einbinden zu können, wurde kurzerhand der Main als sog. Übungskünstlichkeit nach Waigolshausen verlegt.

 

Seit einigen Jahren werden als Nebeneffekt der Funkübung auch die örtlichen Einsatzstäbe gefordert. Hier galt es den Überblick über die weitläufige Einsatzstelle zu behalten, ausreichend Kräfte an den Einsatzort nachzualarmieren und den Kontakt zu anderen Hilfsdiensten und Behörden zu behalten. Und die Einsatzleiter mussten sich mit den zusätzlichen Überraschungen wie der notwendigen Evakuierung eines Teils des Ortes und dem Fund einer Fliegerbombe im Einsatzgebiet auseinandersetzen.

 

„Das Szenario war durchaus anspruchsvoll.“, so das Fazit vom Örtlichen Einsatzleiter KBI Peter Hauke in der Abschlussbesprechung. Er zeigte nochmals auf, wie wichtig Disziplin an der Einsatzstelle nicht nur im Hinblick auf die Fahrzeugaufstellung am Einsatz ist. OrgL Thomas Wehner wies darauf hin, dass auch für den Bereich des Sanitätsdienstes der enge Kontakt mit allen eingesetzten Hilfsdiensten zwingend notwendig ist.

 

Die Unterstützungsgruppen Örtliche Einsatzleitung und Sanitätseinsatzleitung stellten bei der Übung wieder das Kommunikations- und Lagezentrum der Einsatzstelle dar. Sie nahmen die zahlreichen und teils phantasievollen Funksprüche der Helfer entgegen und unterstützten die Einsatzleiter bei der Koordination der Einsatzstelle. Dank gebührt dem Sachbearbeiter Katastrophenschutz im Landratsamt Schweinfurt Roland Rost und dem Führungsteam der UG-ÖEL für die Organisation dieser Übung.

 

Fotos von der Funkübung

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