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Zu Gast bei der GAST und bei der Hubschrauberstaffel Bayern

15.08.2011 22:40 von Jürgen Lindemann

Besichtigung Hubschrauberstaffel Bayern
Die UG's am Flughafen München.

Schweinfurt/München – Der Flughafen München war am Samstag, 13. August 2011 gleich mit zwei Stationen das Ziel einer Fortbildungsveranstaltung der Unterstützungsgruppen Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) und Sanitätseinsatzleitung (UG-SanEL) aus dem Landkreis Schweinfurt. Besichtigt wurden die Gemeinsame Auskunftsstelle (GAST) und die Hubschrauberstaffel der Bayerischen Bereitschaftspolizei.

 

Große Schadenslagen wie Flugzeugabstürze, Flugzeugentführungen, aber auch Großschadensereignisse ohne Luftfahrtbeteiligung lassen immer eine Vielzahl von Angehörigen im Ungewissen. Die dann oft gestellte Fragen: Geht es meinem Angehörigen gut? War mein Angehöriger dabei? Wo ist mein Angehöriger abgeblieben? Belegt werden diese Sorgen mit einigen Zahlen. Bei dem Flugzeugabsturz einer PANAM-Maschine bei Lockerbie gingen rund 10.000 Anrufe von besorgten Angehörigen bei den zuständigen Polizeidienststellen ein. Bei den Bombenanschlägen 2005 in London waren es rund 105.000 Anfragen, die die Polizei zu beantworten hatten.
Unter den Eindrücken dieses erheblichen und nachvollziehbaren Informationsbedürfnisses aus der Bevölkerung wurde die Gemeinsame Auskunftsstelle (GAST, oder EPIC - Emergency procedure information center) für Angehörige von Opfern bei Großschadenslagen gegründet. Seit der Inbetriebnahme ist die GAST am Flughafen München im Gebäude der Polizeiinspektion Flughafen München untergebracht. Genutzt wird die GAST von der Polizei immer dann, wenn eine Vielzahl bayerischer Bürger in einem Großschadensfall betroffen sind. Aber auch Fluggesellschaften können die GAST im Rahmen von Großschadensereignissen für Auskünfte an Angehörige nutzen. Personell wird die GAST durch Beamte der Polizeiinspektion Flughafen München und Mitarbeitern von Fluggesellschaften besetzt. Die Beteiligung der rund 20 Fluggesellschaften stellt sich immer dann als gewinnbringend heraus, wenn es sich um ein Schadensereignis mit Beteiligten aus verschiedenen Ländern handelt. Rund 20 Fremdsprachen können dann abgedeckt werden.
Seit dem ersten Einsatz der GAST wegen eines Flugzeugabsturzes in Gambia am 09.10.1997 konnte die Einrichtung zahlreichen Angehörigen weiterhelfen. Die größten Einsätze waren mit rund 1.100 Anrufen von Opferangehörigen das ICE-Unglück bei Eschede im Jahr 1998 und mit rund 2.700 Anrufen der Brand der Gletscherbahn in Kaprun im Jahr 2000.

 

Den zweiten Teil der Fortbildungsveranstaltung stellte die Vorstellung der Hubschrauberstaffel der Bereitschaftspolizei Bayern. Die Bayerische Polizei verfügt derzeit über acht der wohl modernsten Polizeihubschrauber vom Typ Eurocopter EC 135.
Die Aufgaben der Hubschrauberstaffel im polizeilichen Bereich reichen vom Transport von Spezialeinsatzkräften über die Verkehrsüberwachung und Lageerkundung aus der Luft bis zur Verletztensuche und Täterverfolgung. Aber auch die Zuführung von Notärzten und der Transport von Verletzten kann als Ersatz von Rettungshubschraubern im begrenzten Umfang erfolgen. Aber auch die Rettung von Personen aus unwegsamen Gelände ist eine wichtige Aufgabe insbesondere für die am Flughafen München stationierten Maschinen. Der tags zuvor geflogene Einsatz der Maschinen zur Rettung der 20 Betroffenen aus der Tegelbergbahn aus rund 100 Metern Höhe verdeutlicht die Wichtigkeit der Hubschrauberstaffel Bayern.
Regelmäßigen Kontakt zu den Möglichkeiten der Hubschrauberstaffel haben die Mitglieder der beiden Katastrophenschutzeinheiten aus dem Landkreis Schweinfurt bei den Einsätzen zur Personensuche. Dank der hochwertigen Kameratechnik an Bord des Hubschraubers kann aus der Vogelperspektive die Suche nach vermissten Personen aufgenommen werden. Insbesondere die Wärmebildkameras mit einer Darstellung von geringfügigen Temperaturunterschieden unterstützen die Einsatzkräfte vor Ort durch eine schnelle und effektive Luftunterstützung.

 

Hintergrundinfo:
Die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) als Helfer des Gesamteinsatzleiters und die Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung (UG-SanEL) als Helfer der Sanitätseinsatzleitung haben bei einem Großschadensereignis die Aufgabe, der jeweiligen Einsatzleitung als Führungsgehilfe bei der Abarbeitung des „Tagesgeschäfts“ zu unterstützen. Die Einsatzleitungen können sich somit voll auf die eigentliche Führungsaufgabe der Einsatzkräfte vor Ort konzentrieren. Die UG-ÖEL wird unter Trägerschaft des Landkreises Schweinfurt mit Helfer der Feuerwehren, des Technischen Hilfswerkes und des BRK Schweinfurt besetzt. Die UG-SanEL im Landkreis Schweinfurt wird mit einer Personalkooperation aus Bayerischem Roten Kreuz und Malteser Hilfsdienst Schweinfurt besetzt.

 

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